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CampingRechner

Solarertrag-Rechner: Wie viel Strom liefert die Solaranlage auf dem Wohnmobil?

200 Wp auf dem Wohnmobildach liefern im Juli in Deutschland rund 700 Wh am Tag – im Dezember aber nur etwa 70 Wh. Dieser Rechner zeigt, was deine Solaranlage in welchem Monat und welcher Region realistisch bringt, und ob das für deinen täglichen Verbrauch reicht.

Grundlage sind typische Einstrahlungswerte je Region und Monat sowie eine Performance Ratio, die Verluste durch Temperatur, flache Montage, Laderegler und Verkabelung abbildet.

Summe der Modul-Nennleistungen laut Datenblatt.

Standort und Zeitraum

Typische Einstrahlung der Region (langjährige Mittelwerte, gerundet).

Wenn angegeben, zeigt der Rechner, ob der Ertrag den Verbrauch deckt.

Erweiterte Einstellungen

Verluste durch Modultemperatur, Verschmutzung, Laderegler, Kabel, Teilverschattung. Wohnmobil flach: 60–75 %.

Ergebnis

Solarertrag pro Tag (Juli)

728 Wh

bei 70 % Performance Ratio, flach montiert

Entspricht (Ladestrom-Äquivalent)
56,9 Ah/Tag
Ertrag im Monat
22,6 kWh
Volllaststunden (Richtwert)
5,2 h/Tag
Rechenweg anzeigen
  1. 1Einstrahlung (Juli): 5,2 kWh/m² pro Tag ≙ 5,2 Volllaststunden
  2. 2Ertrag pro Tag: 200 Wp × 5,2 h × 70 % = 728 Wh
  3. 3Ertrag im Zeitraum (31 Tage): 728 Wh × 31 = 22,6 kWh

 

So wird gerechnet

Die Nennleistung eines Solarmoduls (Wp) gilt für eine Einstrahlung von 1.000 W/m² unter Standardtestbedingungen. Die tägliche Einstrahlungssumme in kWh/m² entspricht deshalb der Anzahl an „Volllaststunden“ (Peak Sun Hours): Bei 4 kWh/m² am Tag arbeitet das Modul rechnerisch 4 Stunden mit Nennleistung.

Ertrag [Wh/Tag] = Leistung [Wp] × Volllaststunden [h/Tag] × Neigungsfaktor × Performance Ratio
Beispiel Juli, Mitteldeutschland, flach: 200 Wp × 5,2 h × 1,0 × 0,70 = 728 Wh

Die Performance Ratio fasst alle Verluste zusammen: hohe Modultemperaturen im Sommer, Verschmutzung, Laderegler (PWM oder MPPT), Kabelverluste und Teilverschattung durch Dachaufbauten. Für flach montierte Wohnmobilanlagen sind 60–75 % realistisch.

Flach montierte Module erhalten in etwa die Einstrahlung der horizontalen Fläche. Ein nach Süden aufgeständertes Modul (30–35°) gewinnt in Mitteleuropa im Jahresmittel rund 10–15 % dazu – im Winter deutlich mehr, im Sommer fast nichts.

Typische Einstrahlung horizontal in kWh/m² pro Tag (gerundete langjährige Mittelwerte)
RegionDezemberMärzJuniSeptemberJahr
Norddeutschland0,42,45,02,9≈ 985 kWh/m²
Mitteldeutschland0,52,65,43,2≈ 1.070 kWh/m²
Süddeutschland0,72,95,73,5≈ 1.155 kWh/m²
Alpenraum1,03,25,83,8≈ 1.230 kWh/m²
Mittelmeer (Süd)2,04,57,35,2≈ 1.735 kWh/m²

Rechenbeispiel

Eine 300-Wp-Anlage liegt flach auf dem Dach eines Kastenwagens in Süddeutschland. Gerechnet wird der April bei 70 % Performance Ratio; der Tagesverbrauch liegt bei 800 Wh.

Eingaben

  • Solarleistung: 300 Wp
  • Montage: Flach auf dem Dach (typisch Wohnmobil)
  • Region: Süddeutschland
  • Monat: April
  • Täglicher Stromverbrauch (optional): 800 Wh
  • Performance Ratio (Systemwirkungsgrad): 70 %
  • Systemspannung (für Ah-Angabe): 12 V (LiFePO4 12,8 V)

Ergebnis

882 Wh

Solarertrag pro Tag (April)

Entspricht (Ladestrom-Äquivalent)
68,9 Ah/Tag
Ertrag im Monat
26,5 kWh
Volllaststunden (Richtwert)
4,2 h/Tag
Deckung des Tagesverbrauchs
110 %

Rechenweg

  1. Einstrahlung (April): 4,2 kWh/m² pro Tag ≙ 4,2 Volllaststunden
  2. Ertrag pro Tag: 300 Wp × 4,2 h × 70 % = 882 Wh
  3. Ertrag im Zeitraum (30 Tage): 882 Wh × 30 = 26,5 kWh
  4. Deckung: 882 Wh ÷ 800 Wh Verbrauch = 110 %

Die Variablen erklärt

Solarleistung (Wp)
Nennleistung der Module unter Standardtestbedingungen (1.000 W/m², 25 °C Modultemperatur).
Volllaststunden (Peak Sun Hours)
Tägliche Einstrahlungssumme in kWh/m². Regional und saisonal sehr unterschiedlich; genaue Standortwerte liefert z. B. das PVGIS-Tool der EU-Kommission.
Neigungsfaktor
Mehrertrag einer nach Süden geneigten Fläche gegenüber flacher Montage (1,0 = flach).
Performance Ratio
Verhältnis von tatsächlichem zu theoretischem Ertrag. Enthält Temperatur-, Regler-, Kabel- und Verschmutzungsverluste.
Täglicher Stromverbrauch (Wh)
Optional: Summe aller Verbraucher pro Tag – ermittelbar mit dem Stromverbrauch-Rechner.

Typische Fehler

  • Mit dem Sommerertrag planen: Im Winter liefert dieselbe Anlage in Deutschland nur ein Zehntel des Juli-Ertrags.
  • Nennleistung als Dauerleistung ansehen: 200 Wp bedeuten nicht 200 W über den Tag – im Mittel sind es an einem Sommertag etwa 30 W.
  • Verschattung unterschätzen: Schon eine teilweise verschattete Zelle kann den Ertrag eines ganzen Moduls stark reduzieren – Dachaufbauten wie Klimaanlage oder Sat-Schüssel beachten.
  • Vergessen, dass die Batterie voll sein kann: Überschuss, den die Batterie nicht mehr aufnimmt, geht verloren. Der Ertrag ist eine Obergrenze, kein garantierter Ladestrom.
  • PWM- und MPPT-Regler gleichsetzen: Ein MPPT-Regler holt vor allem bei kühler Witterung und höherer Modulspannung spürbar mehr heraus.

Annahmen und Grenzen

  • Einstrahlungswerte sind gerundete langjährige Mittelwerte je Region; das tatsächliche Wetter weicht im Einzeljahr deutlich ab (±30 % im Monatsmittel sind normal).
  • Der Neigungsfaktor gilt für Südausrichtung in Mitteleuropa; abweichende Ausrichtung reduziert den Gewinn.
  • Die Performance Ratio ist ein pauschaler Wert; sie ersetzt keine detaillierte Simulation.
  • Der Ertrag setzt voraus, dass die Batterie die Energie aufnehmen kann (nicht voll, nicht zu kalt).
  • Ergebnisse dienen der Planung und sind keine Ertragszusage.

Häufige Fragen

Wie viel Wp brauche ich für mein Wohnmobil?

Das hängt vom Tagesverbrauch und der Reisezeit ab. Für 600–800 Wh pro Tag im Sommer reichen in Deutschland meist 200–300 Wp; wer im Frühjahr und Herbst autark stehen möchte, braucht eher 400 Wp und mehr. Der Solarbedarf-Rechner rechnet das für dich rückwärts.

Lohnt sich das Aufstellen der Module?

Im Sommer kaum (wenige Prozent), in der Übergangszeit und im Winter deutlich (+30 bis +50 %). Für feste Dachanlagen ist das meist nicht praktikabel; mobile Faltmodule lassen sich dagegen nach der Sonne ausrichten.

Woher bekomme ich genaue Einstrahlungswerte für meinen Standort?

Das kostenlose PVGIS-Tool der Europäischen Kommission liefert Monatswerte für jeden Ort in Europa. Trage den Wert (kWh/m² pro Tag, horizontal) unter „Eigener Wert“ ein.

Quellen und Grundlagen