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CampingRechner

Batterielaufzeit-Rechner: Wie lange hält die Wohnmobil-Batterie?

Eine 100-Ah-LiFePO4-Batterie versorgt einen 50-W-Verbraucher rund 20 Stunden lang – eine gleich große AGM-Batterie nur etwa 12 Stunden, weil sie nur zur Hälfte entladen werden sollte. Mit diesem Rechner ermittelst du die realistische Laufzeit deiner Aufbaubatterie für Kühlschrank, Standheizung, Laptop oder Kaffeemaschine.

Gib Kapazität, Batterietyp und die Leistung des Verbrauchers ein. Läuft das Gerät über einen Wechselrichter, wird dessen Wirkungsgrad berücksichtigt; bei Bleibatterien zusätzlich der Peukert-Effekt bei hohen Strömen.

Nennkapazität laut Datenblatt (bei Blei: C20-Wert).

Verbraucher

Leistungsaufnahme laut Typenschild. Mehrere Geräte: Leistungen addieren.

Anteil der Zeit, in der das Gerät tatsächlich Strom zieht (Kompressorkühlschrank z. B. 30–50 %).

Erweiterte Einstellungen

Empfohlene Entladetiefe: LiFePO4 80–90 %, Blei (AGM/Gel/Nass) ca. 50 %.

Ergebnis

Geschätzte Laufzeit

20 Std. 29 Min.

bei 80 % nutzbarer Kapazität (LiFePO4 (Lithium))

Nutzbare Energie
1.024 Wh
Leistung aus der Batterie
50 W
Strom aus der Batterie
3,91 A
Rechenweg anzeigen
  1. 1Entladestrom: 50 W ÷ 12,8 V = 3,91 A
  2. 2Nutzbare Energie: 12,8 V × 100 Ah × 80 % = 1.024 Wh
  3. 3Laufzeit: 1.024 Wh ÷ 50 W = 20,5 h (20 Std. 29 Min.)

 

So wird gerechnet

Die Laufzeit ergibt sich aus der nutzbaren Energie der Batterie geteilt durch die Leistung, die der Verbraucher tatsächlich aus der Batterie zieht.

Nutzbare Energie [Wh] = Nennspannung [V] × Kapazität [Ah] × nutzbarer Anteil
Beispiel: 12,8 V × 100 Ah × 80 % = 1.024 Wh
Laufzeit [h] = Nutzbare Energie [Wh] ÷ Leistung aus der Batterie [W]
Beispiel: 1.024 Wh ÷ 50 W = 20,5 h

Läuft der Verbraucher über einen Wechselrichter, zieht dieser mehr Leistung aus der Batterie als das Gerät verbraucht: Leistung aus der Batterie = Geräteleistung ÷ Wirkungsgrad. Bei 88 % Wirkungsgrad werden aus 100 W am Gerät rund 114 W an der Batterie.

Geräte mit Thermostat (Kühlschrank, Heizung) laufen nicht ununterbrochen. Die Einschaltdauer rechnet die Nennleistung in einen Mittelwert um: 60 W × 40 % = 24 W im Mittel.

Peukert-Effekt bei Bleibatterien

Die Kapazität von AGM-, Gel- und Nassbatterien wird für eine 20-stündige Entladung angegeben (C20). Wird die Batterie schneller entladen, ist weniger Kapazität entnehmbar. Der Rechner nutzt dafür die Peukert-Gleichung, bezogen auf den C20-Strom:

C_eff = C20 × (I20 ÷ I)^(k − 1) mit I20 = C20 ÷ 20
k ≈ 1,10–1,15 (AGM), 1,15–1,25 (Gel/Nass); bei LiFePO4 ist der Effekt vernachlässigbar.

Rechenbeispiel

Ein Kompressorkühlschrank mit 45 W Nennleistung läuft im Sommer etwa 50 % der Zeit an einer 100-Ah-LiFePO4-Batterie, von der 80 % genutzt werden sollen.

Eingaben

  • Batteriekapazität: 100 Ah
  • Batterietyp: LiFePO4 (Lithium)
  • Leistung des Verbrauchers: 45 W
  • Einschaltdauer: 50 %
  • Verbraucher läuft über Wechselrichter (230 V): nein
  • Systemspannung: 12 V
  • Nutzbarer Anteil der Kapazität: 80 %

Ergebnis

1 Tag 21 Std.

Geschätzte Laufzeit

Nutzbare Energie
1.024 Wh
Mittlere Leistung aus der Batterie
22,5 W
Strom aus der Batterie
3,52 A
Entspricht
1,9 Tage

Rechenweg

  1. Mittlere Leistung: 45 W × 50 % Einschaltdauer = 22,5 W
  2. Entladestrom: 45 W ÷ 12,8 V = 3,52 A
  3. Nutzbare Energie: 12,8 V × 100 Ah × 80 % = 1.024 Wh
  4. Laufzeit: 1.024 Wh ÷ 22,5 W = 45,5 h (1 Tag 21 Std.)

Die Variablen erklärt

Batteriekapazität (Ah)
Nennkapazität laut Hersteller. Bei Bleibatterien gilt der C20-Wert (20-stündige Entladung).
Batterietyp
Bestimmt Nennspannung (LiFePO4 12,8 V, Blei 12 V), den empfohlenen nutzbaren Anteil und den Peukert-Exponenten.
Nutzbarer Anteil (%)
Wie tief die Batterie entladen werden darf, ohne die Lebensdauer stark zu verkürzen. LiFePO4: 80–90 %, Blei: ca. 50 %.
Leistung des Verbrauchers (W)
Elektrische Leistung laut Typenschild oder Messgerät. Bei mehreren Geräten die Summe eintragen.
Einschaltdauer (%)
Anteil der Zeit, in der das Gerät tatsächlich Strom zieht. Dauerverbraucher: 100 %.
Wirkungsgrad Wechselrichter (%)
Verhältnis von abgegebener zu aufgenommener Leistung. Typisch 85–92 % bei Nennlast.

Typische Fehler

  • Ah mit Wh verwechseln: 100 Ah bei 12,8 V sind 1.280 Wh – bei 24 V wären es 2.560 Wh. Nur die Wattstunden sagen etwas über die gespeicherte Energie aus.
  • Die volle Nennkapazität einplanen: Bleibatterien sollten nur etwa zur Hälfte entladen werden, sonst altern sie schnell.
  • Den Wechselrichter vergessen: Verluste von 10–15 % plus Eigenverbrauch im Leerlauf (oft 5–15 W) verkürzen die Laufzeit spürbar.
  • Nennleistung statt Mittelwert nutzen: Kühlschrank oder Heizung laufen getaktet – ohne Einschaltdauer wird die Laufzeit deutlich unterschätzt.
  • Kälte ignorieren: Bei 0 °C liefern Bleibatterien merklich weniger Kapazität; LiFePO4 darf unter 0 °C in der Regel gar nicht geladen werden.

Annahmen und Grenzen

  • Die Batterie ist zu Beginn vollständig geladen und in gutem Zustand (keine Alterung berücksichtigt).
  • Nennspannung als Rechenwert: 12,8 V (LiFePO4) bzw. 12,0 V (Blei); reale Spannungen schwanken mit Ladezustand und Last.
  • Der Eigenverbrauch des Wechselrichters im Leerlauf ist nicht enthalten; er kommt bei längeren Pausen des Verbrauchers hinzu.
  • Temperatureinflüsse, Selbstentladung, BMS-Abschaltungen und Kabelverluste sind nicht enthalten.
  • Das Ergebnis ist eine Orientierung und keine Garantie. Für kritische Anwendungen (z. B. medizinische Geräte) eine Sicherheitsreserve einplanen.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine 100-Ah-Batterie bei 100 Watt?

Eine 100-Ah-LiFePO4-Batterie (12,8 V, 80 % nutzbar) liefert rund 1.024 Wh und versorgt einen 100-W-Verbraucher etwa 10 Stunden. Eine 100-Ah-AGM-Batterie (12 V, 50 % nutzbar) kommt auf rund 600 Wh, also etwa 6 Stunden – bei hohem Strom durch den Peukert-Effekt etwas weniger.

Warum hält meine Batterie kürzer als berechnet?

Häufige Ursachen: gealterte Batterie mit geringerer Restkapazität, niedrige Temperaturen, Leerlaufverbrauch des Wechselrichters, unterschätzte Einschaltdauer oder zusätzliche Verbraucher (Wasserpumpe, Licht, Heizungsgebläse), die nicht eingerechnet wurden.

Kann ich mehrere Verbraucher zusammen berechnen?

Ja: Addiere die mittleren Leistungen aller Geräte und trage die Summe als Leistung ein. Für einen ganzen Tag mit vielen Geräten ist der Stromverbrauch-Rechner besser geeignet, der Wh pro Tag ermittelt.

Quellen und Grundlagen

  • Peukert-Gleichung (W. Peukert, 1897), Standardformel der Batterietechnik
  • Typische Entladetiefen und Wirkungsgrade laut Herstellerdatenblättern (LiFePO4-, AGM-, Gel-Batterien; Wechselrichter)