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CampingRechner

Solarbedarf-Rechner: Welche Solaranlage brauche ich für mein Wohnmobil?

Für 800 Wh Tagesverbrauch im April in Mitteldeutschland braucht ein flach montiertes Solarmodul rund 350 Wp – im Juli reichen rund 270 Wp, im Oktober wären es über 750 Wp. Dieser Rechner leitet die passende Solarleistung aus Verbrauch, Reisezeit und Region ab, damit die Anlage im schlechtesten Reisemonat reicht.

Mit dem Stromverbrauch-Rechner ermitteln. Typisch 400–1.200 Wh.

Standort und Reisezeit

Den schlechtesten Reisemonat wählen – die Anlage soll auch dann reichen.

Erweiterte Einstellungen

Systemverluste; flach montiert 60–75 %.

Ergebnis

Empfohlene Solarleistung

300 Wp

rechnerisch 274 Wp für Mai

Rechnerischer Bedarf
274 Wp
Ertrag der Empfehlung
1.050 Wh/Tag
Volllaststunden (Richtwert)
5 h/Tag
  • Die Anlage muss zur Batterie passen: Ein Solartag mit Überschuss nützt nur, wenn die Batterie die Energie aufnehmen kann.
Rechenweg anzeigen
  1. 1Einstrahlung (Mai): 5 Volllaststunden/Tag
  2. 2Bedarf: 800 Wh × (1 + 20 %) ÷ (5 h × 70 %) = 274 Wp
  3. 3Empfehlung: 300 Wp → Ertrag 1.050 Wh/Tag

 

So wird gerechnet

Der Rechner kehrt die Ertragsformel um: Aus dem gewünschten Tagesertrag (Verbrauch plus Reserve) und den Volllaststunden des Auslegungsmonats folgt die nötige Nennleistung.

Leistung [Wp] = Verbrauch [Wh/Tag] × (1 + Reserve) ÷ (Volllaststunden × Neigungsfaktor × Performance Ratio)
800 Wh × 1,2 ÷ (4,0 h × 1,0 × 0,70) = 343 Wp → 350 Wp

Der Auslegungsmonat entscheidet: Wer nur im Sommer reist, kommt mit deutlich weniger aus als Frühjahrs- und Herbstcamper. Eine Auslegung auf den Winter ist in Mitteleuropa meist unwirtschaftlich – dann sind Ladebooster oder Landstrom sinnvoller.

  • Performance Ratio 60–75 % für flache Dachmontage (Temperatur, Verschmutzung, Regler, Kabel, Teilverschattung).
  • Reserve 20 % für bewölkte Tage; wer mehrere Regentage überbrücken will, braucht eher Batteriekapazität als Solarfläche.
  • Das Ergebnis wird auf gängige Modulgrößen aufgerundet.

Rechenbeispiel

Ein Paar mit 650 Wh Tagesverbrauch reist von Mai bis September in Süddeutschland; die Anlage soll im Mai reichen. Flache Montage, 70 % Performance Ratio, 20 % Reserve.

Eingaben

  • Täglicher Stromverbrauch: 650 Wh
  • Montage: Flach auf dem Dach
  • Region: Süddeutschland
  • Auslegungsmonat: Mai
  • Performance Ratio: 70 %
  • Reserve für schlechte Tage: 20 %

Ergebnis

250 Wp

Empfohlene Solarleistung

Rechnerischer Bedarf
210 Wp
Ertrag der Empfehlung
927 Wh/Tag
Volllaststunden (Richtwert)
5,3 h/Tag

Rechenweg

  1. Einstrahlung (Mai): 5,3 Volllaststunden/Tag
  2. Bedarf: 650 Wh × (1 + 20 %) ÷ (5,3 h × 70 %) = 210 Wp
  3. Empfehlung: 250 Wp → Ertrag 927 Wh/Tag

Die Variablen erklärt

Täglicher Stromverbrauch (Wh)
Alle Verbraucher inklusive Wechselrichterverlusten – siehe Stromverbrauch-Rechner.
Auslegungsmonat
Der Monat mit der geringsten Einstrahlung, in dem die Anlage noch ausreichen soll.
Volllaststunden
Tägliche Einstrahlung in kWh/m²; regionale Monatswerte hinterlegt, eigener Wert möglich (z. B. aus PVGIS).
Performance Ratio (%)
Verhältnis von realem zu theoretischem Ertrag.
Reserve (%)
Aufschlag für Bewölkung und Alterung der Module.

Typische Fehler

  • Auf den Sommer auslegen und im Oktober im Dunkeln sitzen.
  • Ohne Batterieplanung: Die Solarleistung muss zur Batterie passen (Solar-Ladezeit- und Autarkie-Rechner).
  • Dachfläche überschätzen: Dachhauben, Klimaanlage und Sat-Schüssel kosten Platz und werfen Schatten.
  • PWM-Regler bei großen Anlagen: Ab ca. 200 Wp lohnt ein MPPT-Regler fast immer.

Annahmen und Grenzen

  • Regionale Einstrahlungswerte sind gerundete langjährige Mittel; das reale Wetter weicht ab.
  • Die Batterie kann den Ertrag aufnehmen (ausreichende Kapazität, nicht voll, Temperatur im Ladebereich).