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CampingRechner

Wechselrichter-Rechner: Welche Leistung braucht der Wechselrichter im Wohnmobil?

Eine Kaffeemaschine mit 1.200 W braucht einen Wechselrichter mit rund 1.500 W Nennleistung – und zieht dabei über 110 A aus einer 12-V-Batterie. Dieser Rechner bestimmt aus deinen 230-V-Geräten die empfohlene Wechselrichtergröße, die Anlaufspitze für Motoren und Kompressoren, den Batteriestrom sowie die Energie, die Verluste und Leerlauf täglich kosten.

Geräte, die gleichzeitig laufen sollen

Nur Geräte eintragen, die wirklich zur selben Zeit laufen. Anlauffaktor: 1 für Heizgeräte/Netzteile, 2–3 für Motoren und Kompressoren.

Erweiterte Einstellungen

Wechselrichter nicht dauerhaft am Limit betreiben; 20–30 % Reserve sind üblich.

Ergebnis

Empfohlene Wechselrichter-Nennleistung

1.500 W

Dauerlast 1.200 W + 25 % Reserve

Nötige Spitzenleistung
1.200 W
für Anlaufströme
Batteriestrom bei Dauerlast
111 A
Batteriestrom bei Anlaufspitze
111 A
Energie aus der Batterie pro Tag
232 Wh
davon Verluste + Leerlauf 52 Wh
  • Kabelquerschnitt, Absicherung und BMS-Entladestrom müssen zum Batteriestrom passen. Dieser Rechner ersetzt keine Installationsplanung durch eine Fachkraft.
Rechenweg anzeigen
  1. 1Dauerlast: 1.200 W (Summe der Geräte)
  2. 2Anlaufspitze: 1.200 W (Leistung × Anlauffaktor)
  3. 3Empfohlene Nennleistung: 1.200 W × (1 + 25 %) = 1.500 W → 1500 W
  4. 4Batteriestrom bei Dauerlast: 1.200 W ÷ (90 % × 12 V) = 111 A
  5. 5Tagesverluste: 180 Wh ÷ 90 % − 180 Wh + 8 W × 4 h = 52 Wh

 

So wird gerechnet

Der Wechselrichter muss die Summe aller gleichzeitig laufenden Geräte dauerhaft liefern – plus Reserve, damit er nicht permanent am Limit arbeitet. Motoren und Kompressoren (Kühlbox, Klimaanlage, Werkzeug) ziehen beim Anlauf kurzzeitig ein Vielfaches ihrer Nennleistung; diese Spitze muss die Kurzzeit-Spitzenleistung des Wechselrichters abdecken.

Nennleistung ≥ Dauerlast × (1 + Reserve) Spitzenleistung ≥ Σ (Leistung × Anlauffaktor)
Beispiel: 1.200 W × 1,25 = 1.500 W

Batteriestrom

Auf der 12-V-Seite fließt ein Vielfaches des 230-V-Stroms. Unter Last sinkt die Batteriespannung, und der Wechselrichter hat Verluste – beides erhöht den Strom:

Batteriestrom [A] = Leistung [W] ÷ (Wirkungsgrad × Batteriespannung [V])
1.200 W ÷ (0,90 × 12 V) = 111 A

Verluste pro Tag

Verluste [Wh] = Energie ÷ Wirkungsgrad − Energie + Leerlaufverbrauch [W] × Einschaltstunden
Ein Wechselrichter mit 8 W Leerlauf, der 24 h eingeschaltet bleibt, kostet 192 Wh am Tag – oft mehr als der eigentliche Verbrauch.
Kabelquerschnitt, Sicherung und der maximale Entladestrom der Batterie (BMS) müssen zum Batteriestrom passen. Für die Installation gelten Herstellervorgaben und Normen; dieser Rechner liefert nur eine Orientierung.

Rechenbeispiel

Morgens soll eine Kaffeemaschine (1.200 W) laufen, während eine Kompressor-Kühlbox (60 W, Anlauffaktor 3) angeschlossen ist. 12-V-System, 25 % Reserve, 90 % Wirkungsgrad, Wechselrichter vier Stunden am Tag eingeschaltet.

Eingaben

  • Geräte, die gleichzeitig laufen sollen:
  • Kaffeemaschine: 1.200 W × 1 × × 0,15 h/Tag
  • Kompressor-Kühlbox 230 V: 60 W × 3 × × 10 h/Tag
  • Batteriespannung: 12 V
  • Leistungsreserve: 25 %
  • Wirkungsgrad: 90 %
  • Eigenverbrauch im Leerlauf: 8 W
  • Eingeschaltet pro Tag: 4 h

Ergebnis

2.000 W

Empfohlene Wechselrichter-Nennleistung

Nötige Spitzenleistung
1.380 W
Batteriestrom bei Dauerlast
117 A
Batteriestrom bei Anlaufspitze
128 A
Energie aus der Batterie pro Tag
899 Wh

Rechenweg

  1. Dauerlast: 1.260 W (Summe der Geräte)
  2. Anlaufspitze: 1.380 W (Leistung × Anlauffaktor)
  3. Empfohlene Nennleistung: 1.260 W × (1 + 25 %) = 1.575 W → 2000 W
  4. Batteriestrom bei Dauerlast: 1.260 W ÷ (90 % × 12 V) = 117 A
  5. Tagesverluste: 780 Wh ÷ 90 % − 780 Wh + 8 W × 4 h = 119 Wh

Die Variablen erklärt

Leistung (W)
Leistungsaufnahme laut Typenschild. Bei Mikrowellen die elektrische Aufnahme (höher als die Garleistung).
Anlauffaktor
Kurzzeitiger Mehrbedarf beim Einschalten: Heizgeräte 1, Netzteile 1–1,5, Motoren und Kompressoren 2–3, manche Klimaanlagen bis 5.
Leistungsreserve (%)
Sicherheitsabstand zur Nennleistung. Verhindert Überlastabschaltungen und hält den Wirkungsgrad im guten Bereich.
Wirkungsgrad (%)
Typisch 85–93 % bei mittlerer bis hoher Last.
Eigenverbrauch im Leerlauf (W)
Leistungsaufnahme ohne angeschlossene Last, laut Datenblatt 5–15 W (mit Eco-/Suchmodus deutlich weniger).

Typische Fehler

  • Nur die Garleistung der Mikrowelle ansetzen: 800 W Garleistung bedeuten 1.200–1.400 W Aufnahme.
  • Anlaufströme ignorieren: Kühlboxen und Klimaanlagen lösen bei zu kleinem Wechselrichter die Überlastabschaltung aus.
  • Zu groß kaufen: Ein 3.000-W-Wechselrichter hat mehr Leerlaufverbrauch und schlechteren Teillast-Wirkungsgrad als ein passender 1.500-W-Wechselrichter.
  • Batterie vergessen: Viele 100-Ah-LiFePO4 begrenzen den Entladestrom auf 100 A – für 1.500 W reicht das nicht.
  • Modifizierten Sinus wählen: Für Kaffeemaschinen mit Elektronik, Netzteile und Induktion braucht es reinen Sinus.

Annahmen und Grenzen

  • Batteriespannung unter Last konservativ mit 12,0 V bzw. 24,0 V angesetzt.
  • Der Wirkungsgrad wird als konstant angenommen; bei Kleinlast ist er niedriger.
  • Sicherungsgrößen und Kabelquerschnitte werden bewusst nicht als Freigabe ausgegeben – Herstellerangaben, Verlegeart und Normen entscheiden.

Häufige Fragen

Welchen Wechselrichter brauche ich für eine Kaffeemaschine?

Für eine 1.200-W-Filtermaschine einen reinen Sinus-Wechselrichter mit 1.500 W Dauerleistung. Der Batteriestrom liegt bei rund 110 A (12 V) – die Batterie muss das liefern können, und die Zuleitung braucht typischerweise 35–50 mm² (Kabelquerschnitt-Rechner).

Reicht ein 1.000-W-Wechselrichter für Induktion?

Nur mit einer Platte, die sich auf unter 800 W begrenzen lässt. Übliche Einzel-Induktionsplatten nehmen 1.800–2.000 W auf und brauchen 2.000–2.500 W Wechselrichter – und eine Batterie, die 170 A und mehr liefert.