Fahrradträger-Zuladungsrechner: Trägerlast und Hinterachslast berechnen
Zwei E-Bikes mit 50 kg plus 15 kg Träger wiegen am Heck 65 kg – die Hinterachse trägt durch den Hebel aber rund 90 kg mehr, während die Vorderachse um 25 kg entlastet wird. Dieser Rechner prüft die Trägerzuladung und zeigt, was die Heckladung mit den Achslasten macht.
Ergebnis
Reserve auf dem Träger
10 kg
50 kg von 60 kg belegt
- Mehrlast auf der Hinterachse
- 89 kg
- Hebelfaktor 1,38
- Entlastung der Vorderachse
- 24 kg
- Die Hebelrechnung ist eine statische Näherung. Bei Heckwandträgern gelten zusätzlich die Freigaben des Fahrzeugherstellers (Heckwandbelastung); Achslasten nur durch Wägung sicher bestimmbar.
Rechenweg anzeigen
- 1Fahrräder gesamt: 25 kg + 25 kg = 50 kg
- 2Trägerreserve: 60 kg − 50 kg = 10 kg
- 3Masse am Heck: 15 kg Träger + 50 kg = 65 kg
- 4Hebelfaktor: (4 + 1,5) ÷ 4 = 1,38
- 5Mehrlast Hinterachse: 65 kg × 1,38 = 89 kg; Entlastung Vorderachse: 24 kg
So wird gerechnet
Die Trägerzuladung ist einfach: Summe der Fahrräder gegen die Freigabe des Trägerherstellers. Spannender ist die Hebelwirkung: Alles, was hinter der Hinterachse hängt, belastet diese stärker als sein Eigengewicht und entlastet gleichzeitig die Vorderachse.
Mehrlast Hinterachse = m × (L + d) ÷ L
Entlastung Vorderachse = m × d ÷ LDas ist die Momentenbilanz eines zweiachsigen Fahrzeugs (Statik). Je länger der Überhang und je kürzer der Radstand, desto stärker der Effekt – bei Wohnmobilen mit langem Heck ist der Hebelfaktor oft 1,5 bis 1,7.
Rechenbeispiel
Teilintegriertes Wohnmobil (Radstand 4,04 m, Lastschwerpunkt 1,9 m hinter der Hinterachse), Heckträger mit 60 kg Freigabe und 17 kg Eigengewicht, zwei E-Bikes zu je 24 kg. Gewogen: Hinterachse 1.850 kg (zulässig 2.000 kg), Vorderachse 1.500 kg.
Eingaben
- Maximale Zuladung des Trägers: 60 kg
- Eigengewicht des Trägers: 17 kg
- Fahrräder:
- E-Bike 1: 24 kg
- E-Bike 2: 24 kg
- Radstand: 4,04 m
- Abstand Hinterachse → Lastschwerpunkt: 1,9 m
- Hinterachslast aktuell (gewogen, ohne Träger): 1.850 kg
- Zulässige Hinterachslast (Feld 8.2): 2.000 kg
- Vorderachslast aktuell (gewogen): 1.500 kg
Ergebnis
12 kg
Reserve auf dem Träger
- Mehrlast auf der Hinterachse
- 96 kg
- Entlastung der Vorderachse
- 31 kg
- Hinterachslast mit Träger
- 1.946 kg
- Vorderachslast mit Träger
- 1.469 kg
Rechenweg
- Fahrräder gesamt: 24 kg + 24 kg = 48 kg
- Trägerreserve: 60 kg − 48 kg = 12 kg
- Masse am Heck: 17 kg Träger + 48 kg = 65 kg
- Hebelfaktor: (4,04 + 1,9) ÷ 4,04 = 1,47
- Mehrlast Hinterachse: 65 kg × 1,47 = 96 kg; Entlastung Vorderachse: 31 kg
- Hinterachse neu: 1.850 kg + 96 kg = 1.946 kg (Reserve 54 kg)
Die Variablen erklärt
- Maximale Zuladung des Trägers (kg)
- Herstellerangabe des Trägers; bei Kupplungsträgern zusätzlich die Stützlast der Anhängerkupplung.
- Radstand (m)
- Abstand der Achsen, aus Fahrzeugschein oder Datenblatt.
- Abstand Hinterachse → Lastschwerpunkt (m)
- Wo die Räder hängen: Überhang des Fahrzeugs plus halbe Trägertiefe.
- Achslasten (kg)
- Gewogene Werte ohne Träger (öffentliche Waage) und zulässige Werte aus Feld 8.1/8.2.
Typische Fehler
- Nur die Gesamtmasse prüfen: Die Hinterachse ist bei Heckgarage plus Träger oft überlastet, obwohl 3,5 t eingehalten werden.
- E-Bike-Gewicht unterschätzen: Mit Akku und Schloss wiegen viele 26–30 kg.
- Träger und Räder nicht sichern bzw. Akkus nicht abnehmen – Akkus wiegen 3–4 kg und gehören ins Fahrzeug.
- Fahrverhalten ignorieren: Entlastete Vorderachse bedeutet weniger Lenkkraft und Traktion, besonders bei Frontantrieb.
Annahmen und Grenzen
- Statische Betrachtung ohne dynamische Zuschläge; Fahrbahnstöße erhöhen die Belastung kurzzeitig deutlich.
- Fahrzeug als starrer Zweiachser; Tandemachsen vereinfacht als eine Achse.
- Keine rechtliche Bewertung – maßgeblich sind Fahrzeugschein, Herstellerfreigaben und StVZO.